Gedruckte Körperhaltung:
Magazin »Stadtgespräche«

Die Zeitschrift »Stadtgespräche« ist ein Stadtmagazin, das seit 1995 quartalsweise in der Hansestadt Rostock erscheint.

Im "Magazin für Bewegung, Motivation und die nachhaltige Kultivierung der Region Rostock" schreiben Fachleute unterschiedlicher Sachgebiete zu ganz verschiedenen Themenschwerpunkten der Hansestadt.

Wenn Sie sich intensiv mit einem bestimmten Thema beschäftigen, das inhaltlich zum Konzept der Rostocker »Stadtgespräche« passt, möchten wir Sie ermutigen, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Selber schreiben?





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Publikationen

Ausgabe 85 (Dezember 2016)

Bereit für Neues

Nach meinem Empfinden zeichnen das aktuelle Heft zwei Dinge aus: Viele Beiträge sind streitbarer als die vorangegangener Ausgaben. Und es wird immer wieder versucht, den Bezug zwischen "Rostock und der Welt" herzustellen. Absolut symptomatisch finde ich: Zum einen, weil lokales Engagement in diesen Zeiten kaum noch nur lokal gedacht werden kann. Zum anderen weil die Zeiten einfacher Zuordnungen so offenkundig vorbei sind. „Ich bin links und das fühlt sich gut an“ funktioniert in AfD-Brexit-Trump-Zeiten nicht mehr, weil es spaltet, wo es einst sozial denken und verbinden wollte und häufig auch konnte.

Was wir brauchen ist ein neue Bereitschaft zuzuhören, eine Öffnung gegenüber unterschiedlichen Meinungen, fern von den etablierten politischen Schubladen und Lagern. Nicht auf jede Äußerung gleich mit innerer Zuordnung zu reagieren. Dazu braucht es den Mut, Fragen zu stellen und Diskussionen zu führen, die früher als "politisch nicht korrekt" gegolten hätten. Nicht um Rassismus und Intoleranz zu stärken, sondern um ein neues Selbstverständnis zu formulieren. Und um den Kontakt zu jenen nicht zu verlieren, die zu Recht das Bauchgefühl haben, dass es gerade die gewählten demokratischen Vertreter sind, die die Demokratie aushöhlen. Die Menschen ernst zu nehmen, die sich - nachvollziehbar? - wünschen, dass Dinge wieder kleinschrittiger und kontrollierbarer ablaufen. Damit sie nicht vollkommen außer Kontrolle geraten. Weil wir sie sonst (q. e. d.) in die Reihen derjenigen treibt, die den Protest für sich funktionalisieren.

In diesem Sinne: Lassen Sie uns gemeinsam mutig genug sein, solche neue Arten von Austausch zu erproben. Offener, vorurteilsfreier zu denken. Und auch darüber Verständnis und Empathie zu leben, in Zeiten der Entsolidarisierung ...




Ausgabe 84 (September 2016)

Verwählt

Mecklenburg-Vorpommern hat gewählt. Was zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses alle bewegt, wird im Heft nur eine vergleichsweise kleine Rolle spielen. Nicht aus Desinteresse, sondern aus Einsicht in die Schnelllebigkeit der Themen versus Konzept Quartalszeitschrift: Wenn sie das aktuelle "Stadtgespräch" in den Händen halten, sind viele Urteile und Schlussfolgerungen bereits vergessen. Umso wichtiger ist es freilich, mit etwas Abstand auf die Situation zu schauen, wie es Ulrich Vetter mit seinem Beitrag tut. Und auch zwingt unsere Erscheinensfrequenz zu nachhaltigem Denken bei der Themenwahl - was wunderbar harmoniert mit mehreren Beiträgen des aktuellen Heftes, die die Gedanken von Adrienne Göhler in der letzten Ausgabe aufgreifen und über Nachhaltigkeit nachdenken, jenseits überstrapazierter Standardsätze.

Aktuelle, wenn schon nicht tagesaktuelle, Stadtbelange geraten jedoch nicht vollends aus dem Blick: Thomas Böhms Artikel beschäftigt sich mit der Situation von Rostocker Kleingärtnern, Jens Langer gedenkt des im Sommer 2016 verstorbenen Gerhard Maeß, der über Jahre hinweg zahlreiche Beiträge zu unserem kleinen Magazin beisteuerte. Außerdem möchte ich Ihnen sehr herzlich den Beitrag von Olaf Reis ans Herz legen, der aus der Sicht des Experten Möglichkeiten des Umgangs mit traumatisierten Geflüchteten reflektiert.

Dies als der übliche, kurze Anriss - mehr erfahren sie bei der Lektüre unseres kleinen, feinen Magazins. Verbunden ist die Auslieferung desselben mit der Bitte, die Themen anschließend nicht gleich beiseitezuschieben, sondern nachhaltig zu behandeln. Wider die Schnelllebigkeit, die strategisches Denken und Handeln so schwierig macht. Wo es doch so nötig ist ...




Ausgabe 83 (Juni 2016)

Wir gestalten

Um ganz unterschiedliche Baustellen in der Stadt geht es im aktuellen Heft - und das natürlich überwiegend im metaphorischen Sinne. Beim Planen des Heftes ist uns einmal mehr klargeworden, wie zahlreich sie sind: Zu altbekannten, deshalb nicht weniger wichtigen, wie Volkstheater und August-Bebel-Straße 1, sind neue hinzugekommen. Wie jenes, in dem eine Art zweites Peter-Weiss-Haus entstehen soll. Ein Ort des Zusammenlebens, des gemeinsamen Gestaltens und der Kultur in Toitenwinkel, für das sich in den kommenden Wochen entscheidet, ob es weitergeht. Nach Monaten der intensiven gemeinsamen Arbeit an einem Konzept, dass den ganzen STadtteil beleben könnte, wäre ein Scheitern ein großer Verlust für die Stadt. Die Frage, in was für einer Stadt wir leben und für was wir kämpfen möchten, wenn es um die weitere Entwicklung Rostocks geht, stellt sich dringender denn je.

Umso wichtiger: Das Gespräch miteinander suchen. Auch das geschieht. Wie in einem Stück von HMT-Studenten, die in ihrem Beitrag "Mein rechter, rechter Platz ist frei" ihre ganz eigene Annäherung an Rostocks Geschichte beschreiben. Oder mit der Ausstellung zne! - zur nachahmung empfohlen, die im Sommer in der Rostocker Nikolaikirche zu sehen sein wird. Eine jüngst gehalte Rede der Kuratorin Adrienne Göhler, die schon mit Art goes Heiligendamm die Stadt belebte, finden sie in diesem Heft: Darüber, wohin sich die Welt und unser Land entwickeln - und wie wir mit dieser Entwicklung aktiv umgehen können. Beim Lesen dieser und all der anderen Beiträgen wünsche ich Ihnen viel Vergnügen, aber auch das Gefühl, dass nichts falscher wäre, als den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen ...




Ausgabe 82 (März 2016)

Bürgerbeteiligung

Das Jahr 2016 hat nicht wirklich verheißungsvoll begonnen: Die Silvesternacht von Köln gibt flüchtlingsfeindlichen Kräften in ganz Deutschland Auftrieb. In Rostock erhält das Vier-Sparten-Theater den politischen Todesstoß. Das neu geschaffene Amt für Flüchtlingsangelegenheiten und Integration strauchelt, bevor es die Arbeit richtig aufnehmen kann.

Wir nehmen all dies wahr, wie unter anderem die Beiträge von Ulrich Vetter und Olaf Reis zeigen, und möchten trotzdem auch die positiven, motivierenden Dinge nicht aus dem Blick verlieren: Die in den letzten Monaten zahlreich gegründeten Bürgerinitiativen treffen sich mit dem Ziel des Austauschs und der Zusammenarbeit. Die Sturmwachen für das Volkstheater werden fortgesetzt. Eine Gruppe junger Menschen fährt nach Griechenland, um mit Rostocker Spendengeldern soziale Projekte vor Ort zu unterstützen. Der Societät Rostock maritim e.V. begeht in Kürze den 10. Jahrestag des Betreibens der Räume in der August-Bebel-Straße 1, engagiert und in die Stadt hinein wirkend. Und in Rostock etabliert sich gerade eine neue Lesereihe - „Meuterland“. Vor diesem Hintergrund wünsche ich Ihnen, dass das aktuelle Heft Ihnen hilft, wachsam und trotzdem optimistisch zu bleiben. Und biete unser kleines Journal einmal mehr als Plattform zum Gedankenaustausch an. Schreiben Sie uns ...




Ausgabe 81 (Dezember 2015)

Ankommen

Die Situation der nach Rostock kommenden Flüchtlinge ist unverändert eines der zentralen Themen in der Stadt. So wird es kaum jemanden verwundern, dass sich in diesem Heft wieder mehrere Beiträge mit dem Thema beschäftigen. Dem Namen unseres kleinen Magazins getreu, haben wir unterschiedliche Akteure befragt - einige von ihnen wollten sich äußern, andere schweigen lieber. Auch ein Symptom der allgemeinen Unsicherheit. Die Vielfalt der Perspektiven erscheint uns elementar: Geht es doch um offenen, zuhörenden Austausch. Um das Miteinanderreden, nicht darum, den verschiedenen Meinungen Schubladen zuzuweisen. Unausgesprochenes gewinnt schnell unerwünschte Eigendynamik. Nichts brauchen wir derzeit weniger.

Gleichzeitig erscheint es uns wichtig, andere wichtige Prozesse in der Stadt nicht aus dem Blick zu verlieren - die Südstadt hat über ihre Zukunftsperspektiven beraten, am Theater wird unermüdlich Sturmwache gehalten, weil die seit einem Jahr immer greifbarer werdende Spartenschließung nun unmittelbar bevor zu stehen scheint. Und dergleichen mehr. In diesem Sinne: Bleiben Sie wach. Bleiben Sie offen. Und genießen Sie die bevorstehenden Weihnachtstage. ...




Ausgabe 80 (September 2015)

Zukunft 4.0

In Rostock gibt es in diesen Tagen ein Thema, dass alles andere überschattet – und auch uns als Redaktion sehr beschäftigt: Die so genannte Flüchtlingskrise (ich beantrage hiermit eine Listung als potentielles Unwort des Jahres). Viel ist darüber geschrieben worden, jeden Tag gibt es neue Entwicklungen. Als Quartalsmagazin haben wir deshalb erst gar nicht den Versuch unternommen, tagesaktuell zu berichten. Vielmehr finden Sie im Heft zwei Beiträge, die genereller über die Situation der Flüchtlinge und die sich daraus ergebende Situation in Deutschland und Rostock nachdenken.

Daneben stellen wir neue Rostocker Initiativen vor, die Beachtung und Unterstützung verdienen: das Projekt Mehmet-Turgut-Häuser, die jüngst begonnene Betreuung von Menschen in der Sexarbeit im Projekt SELA und die von den Stadtgesprächen mitgetragene Initiative pROlog, die sich seit Sommer diesen Jahres um mehr Bürgerbeteiligung in lokalen Prozessen bemüht. Das Heft hält also wieder viel Information bereit – und hoffentlich auch Motivation. Immer mehr sind es nicht Verwaltung und Politik, sondern die Rostocker selbst, die ihre Stadt gestalten. Können. Sollen. Müssen. Sie werden also dringend gebraucht ...




Initiative Bürgerbeteiligung
Ihnen liegt ein Thema am Herzen, bei dem Sie sich einen stärkeren Einsatz der Rostocker Stadtgesellschaft wünschten? Das nicht nur diskutiert wird, sondern dem in konkreten Schritten nachgegangen wird, um möglichst viel zu bewirken? Genau dafür hat eine Gruppe von Rostockern das Format "pROlog" ersonnen: Einmal im Monat wird dort ein - jedes Mal wechselndes - Anliegen vorgestellt um konkret zu überlegen, was man für die Lösung, oder Umsetzung des Themas tun kann.

Neugierig? www.prolog-rostock.de



Kunstaktion: Symbolische Besetzung der "Heinkel-Mauer"
Wir wünschen uns einen lebendigen, reflektierten, kritischen, differenzierten und nachhaltigen Umgang mit der Geschichte der Region Rostock. Denn Geschichte ist Identität. Nicht das hastige Beseitigen aus kurzsichtigen wirtschaftlichen Interessen, sondern das sinnvolle Bewahren, Einbinden in das Jetzt und Wachhalten von Geschichte sollte uns zukünftig leiten.

Dazu brauchen wir Ihre Hilfe: Aktion "Mitbewohner gesucht" auf Facebook



Ausgabe 79 (Mai 2015)

Der Wähler stört

Die – zum Teil überaus hitzig geführten – Diskussionen um das Theater und die Entlassung seines Intendanten halten die Rostocker Stadtgesellschaft nun schon über Monate hinweg in Atem, aktivieren sie, wie es seit langem kein Ereignis tat. Dabei scheint es kein kleiner Teil der Engagierten zu sein, dem es (auch) um den Symbolgehalt der Vorgänge geht: Sie sehen sie als Ausdruck eines derzeit weit verbreiteten Politikstils, der sich vom öffentlichen Diskurs abschottet, hinter der Aura des Besserbescheidwissens verschanzt – den Bürger ohne Erklärungen zurücklässt und dennoch Verständnis verlangt. Vielleicht ist genau dies der Grund, warum die emotionalen Wogen hier so hoch schlagen: Das Gefühl von Machtlosigkeit kann nur Frustration und Wut erzeugen, die ein Ventil suchen, mit immer drastischeren Formulierungen ums Gehörtwerden ringen. Nicht hinzuhören scheint da die falscheste aller Reaktionen.

Insofern wird es kaum verwundern, dass wir das aktuelle Heft zu größeren Teilen diesem Thema widmen. Abstrakter, wie für eine quartalsweise erscheinende Zeitschrift sinnvoll, haben wir uns gefragt, wie es gelingen könnte, das sichtbar gewordene Engagement konstruktiv zu bündeln, in eine offenere und stärker partizipierende Stadtgesellschaft münden zu lassen – in der Hoffnung, dass die ersten Antworten auf unsere Fragen (Fortsetzung folgt) Sie selbst nach Ideen suchen lassen. Schreiben Sie uns, kommen Sie gut in den Frühling, bleiben Sie interessiert und, wenn möglich, auch motiviert ...




Ausgabe 78 (März 2015)

Mal bei "PEGIDA" klingeln?

Dass die Beschäftigung mit dem Thema PEGIDA zu einem regelrechten Schwerpunkt des aktuellen Hefts geworden ist, hatte die Redaktion gar nicht geplant. Eher im Gegenteil: Im Zuge der Planung unserer 78. Ausgabe diskutierten wir lange, ob wir es, in der Presse schon überreichlich behandelt, überhaupt aufgreifen. Und stießen dann doch auf mehrere Punkte, die wir vor dem Hintergrund des schnellen ROgida-Ersterbens für erörternswert hielten. Daraufhin wurde einhellig beschlossen, verschiedene Akteure, vor allem jene Generation, die vor 25 Jahren die Maxime "Wir sind das Volk" zu ihrer erklärt hatte, zum Ro- und Pegida zu befragen – und die Rückmeldungen waren dann so zahlreich, dass wir sie in ihrer Vielfalt abbilden möchten.

Wenn es eine Mehrheitsmeinung der Beiträge gibt, ist es der: Skandalisierungen, Ausgrenzungen, Stigmatisierungen sind der falsche Weg des Umgangs mit dem "Phänomen" – Ursachenforschung sei vonnöten. Und Gespräche mit jenen, die in ihrem Engagement für Pegida nun endlich einmal greifbar und wahrnehmbar würden. Heißt, auf Rostock umgemünzt, nichts anderes als: Stadtgespräche führen ... Sagen wir ja. ;-) ...




Ausgabe 77 (Dezember 2014)

Eine Stadt, viele Bühnen

Das aktuelle Heft ist schwer kulturlastig – dies jedoch aus gutem, wenn auch nicht unbedingt positivem Grund: Gleich mehrere Rostocker Kultureinrichtung sind jüngst in schweres Fahrwasser geraten, allen voran das Volkstheater, dem Antje Jonas einen sehr nachdrücklich befürwortenden Beitrag widmet. Zeitgleich droht die Stubnitz nun endgültig aus Rostock zu verschwinden (wir haben lokale Unterstützer befragt, was sie dagegen zu tun gedenken), das Mau kämpft mit einer großen Finanzierungslücke und die Galerie Wolkenbank beendet nach fünf Jahren ihre Arbeit in den Räumen in der östlichen Altstadt.

Neue Entwicklungen wie das "Schauwerk" sind zwar hochmotiviert, müssen aber auch kämpfen, um der Stadt erhalten zu bleiben. Wir haben, in dem Bemühen deutlich zu machen, was hier auf dem Spiel steht bzw. verloren geht, jeder Einrichtung einen eigenen Beitrag gewidmet. Und zudem über den Tellerrand geschaut: Kukuka und Opernale sind ebenfalls wunderbare Formate, die sich kein Rostocker entgehen lassen sollte. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine Heftlektüre, die zu kämpferisch Unterstützung motiviert. Und möchte Ihnen zudem noch das jüngste aber nicht kleinste Kind der „Stadtgespräche“ ans Herz legen: Rostocks erstes lokales Crowdfundingportal – werden Sie Einwohner der www.rostock-republic.de. Wir erwarten Sie dort. ...




Crowdfunding für die Kulturregion Rostock:
Crowdfunding ist etwas, was Vertrauen braucht. Und deshalb denken wir, dass es solche Plattformen auch lokal geben sollte. Hier kennt man sich, hier hilft man einander. So sollt es sein.

Hintergrund | Uns als Initiatoren wäre wichtig, dass sich die Idee durchsetzt und wir mit Hilfe dieser Plattform möglichst viele Menschen erreichen, die etwas tun wollen und dazu Unterstützung brauchen oder die unterstützen möchten, dass andere etwas tun. Übrigens: Diese Plattform wurde zu einem Teil mit EU-Mitteln im Projekt "Business Culture Partnership (BCP)" entwickelt und arbeitet zukünftig gemeinnützig.

Neugierig? www.rostock-republic.de



Business-Culture-Partnership:
1.000 Kulturführer für Rostocker Unternehmen
Der "Kulturführer für Unternehmen" wurde im Rahmen des EU-Projektes "Business-Culture-Partnership (BCP)" und in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Hansestadt Rostock sowie dem Innovations- und Trendcenter (ITC) Bentwisch entwickelt. Er enthält in der aktuellen Auflage nicht nur 32 unkonventionelle Ideen für das nächste Firmen-Event, sondern ist zugleich Ausdruck einer kulturellen Vielfalt in der Hansestadt jenseits der etablierten Wege.

Hintergrund | Der Fokus wurde bewusst auf die Zielgruppe der Unternehmen gelegt, weil die Kultur einer Region das Lebensgefühl und damit die Standortentscheidung und Mitarbeiterbindung nachhaltig beeinflussen. Zudem spielen kulturelle Aspekte im Firmenalltag zumeist eine eher untergeordnete Rolle, was wir gern ändern möchten, weil durch gemeinsame kulturelle Erfahrungen nicht nur das "Team-Building" verbessert wird, sondern auch die Einbindung in die Region zu mehr Verbundenheit und Identität führen.

Zum Projekt (english) www.business-culture-partnership.eu



Ausgabe 76 (September 2014)

25 Jahre im Glück

Dem Jahrestag der politischen Wende von 1989, der sich in Kürze zum 25. Mal nähert, wird es gewiss nicht an großer medialer Beachtung fehlen - weshalb wir in der Redaktion ernsthaft überlegt haben, ob wir uns im aktuellen Heft überhaupt damit beschäftigen. Zwei Hauptargumente gab es am Ende dafür, es "dennoch" zu tun: Zum einen die uns eigene Art der Annäherung an Themen durch sehr persönliche, damit auch subjektive, ausführliche Beiträge mit starkem lokalem Bezug, die u. E. eine zusätzliche Facette bildet. Zum zweiten der Gedanke, dass nicht nur die Ereignisse von 1989 selbst, sondern auch Dinge, die sich daraus entwickelt haben, in diesem Kontext Beachtung verdienen.

Darunter war es dann vor allem die Dritte Generation Ost, die uns interessant erschien - auf der Suche nach Initiativen, die neue Impulse setzen, Bewegung in die festgefügten Strukturen der 2000er Jahre bringen könnten. Vor diesem Hintergrund hat unser Redakteur Peter Köppen sich ausführlicher mit dem Anliegen der Dritten Generation Ost beschäftigt und verschiedene Gruppierungen innerhalb der Bewegung ausführlich befragt. Bei aller historisch motivierten Reflektion fehlen natürlich auch in diesem Heft die aktuellen Themen nicht: Wir haben uns mit der aktuellen Debatte um rechte Gesinnungen an der Historischen Fakultät der Universität Rostock beschäftigt, ein sehr interessantes und bewegendes Gespräch mit einer Bereitschaftspflegemutter aus Rostock geführt, Fragen zur Rolle der WIRO innerhalb des Stadtgefüges erörtert und dergleichen mehr. In der Hoffnung, dass all dies Sie interessiert und zum Weiterdenken und -handeln motiviert, wünsche ich Ihnen, im Namen der ganzen Redaktion, schöne Herbsttage ...




Ausgabe 75 (Juni 2014)

Ernst Heinkel und der Holocaust

Die vergangenen Wochen waren lokal- und regionalpolitisch wieder mehr als turbulent – und damit meine ich weniger die Kommunalwahlen als die Ereignisse um den Rostocker 1. Mai und die bevorstehende Ankunft von 55 Asylbewerbern in Bützow ebenso wie die Eröffnung der FRIEDA 23 und die erste Verleihung des Alternativen Kulturpreises an Ralph Kirsten in Würdigung seiner mehr als zwanzigjährigen aufopferungsvollen Arbeit für die Rostocker Kulturszene, der wir – neben Vielem anderen - die Entstehung von lohro verdanken. Mit alle diesen Themen befasst sich das aktuelle Heft, in allen Fällen äußern sich unmittelbar involvierte Personen mit ihrer ganz persönlichen Sichtweise.

Außerdem hat der Beitrag über Ernst Heinkel im vergangenen Heft viele Reaktionen hervorgerufen – sehr unterschiedlicher Art, was zeigt, wie sehr das Thema nach wie vor polarisiert. Und so ist es uns eine Freude, im aktuellen Heft nun einen Text von Roman Fröhlich abdrucken zu können, der an einer Promotion zum Thema arbeitet und eine ganz andere Sicht auf Heinkel darlegt als sie im letzten Heft entwickelt wurde. Und nicht zuletzt möchte ich Ihnen den neuen Beitrag von Olaf Reis ans Herz legen, der der Frage nachgeht, warum der NSA-Skandal so viele Menschen in Deutschland seltsam unberührt gelassen hat. Sowie das aktuelle Interview zum Thema SBZ – Mitte April war ich dazu zu einem sehr interessanten Gespräch in Dierkow. Und bitte lesen Sie auch Wolfgang Methlings Beurteilung der aktuellen deutschen Energiepolitik: auch hierzu besteht unverändert Handlungsbedarf ...




Ausgabe 74 (März 2014)

Selbstbestimmt

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welche wichtige soziale Funktion Stadtteil- und Begegnungszentren in unserer Stadt erfüllen? Wen Sie zusammenführen, umsorgen, ermutigen? Ein Gespräch vor einigen Wochen brachte uns auf die Idee, die Arbeit dieser SBZ einmal genauer zu beleuchten – unser aktuelles Interview mit der Leiterin des SBZ Südstadt/Biestow soll der Auftakt für eine entsprechende Serie sein.

Und auch sonst geht es im aktuellen Heft um gemeinsame Aktivitäten und Projekte, die unsere Stadt prägen: das AWIRO-Haus hat sich ebenso zu Wort gemeldet wie die Initiative Hackspace Rostock. Und wir haben eigene Unwissenheit in Bezug auf die nahende Europawahl zum Anlass genommen, die aus Mecklenburg-Vorpommern stammenden Kandidaten nach Ihrer Meinung zu einigen wichtigen Themen zu befragen.

Außerdem nehmen wir im aktuellen Heft zwei Beitragsfäden vergangener Ausgaben auf: Der Beitrag von Peter Köppen rundet, in diesem Fall zusammen mit einem Co-Autor verfasst, frühere Überlegungen zum Rostocker Umgang mit Geschichte ab, Tom Maercker fügt seinen Überlegungen zur Sicherheit im Internet neue, praktische Aspekte hinzu.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start in den Frühling, voller Gestaltungsideen und kritischer Reflexion ...




Ausgabe 73 (Dezember 2013)

Schließ' Dich an!

Wissen Sie eigentlich, wie es der "Stubnitz" gerade geht? Oder den anderen Rostocker Clubs, die sich um ein ambitioniertes Angebot bemühen? Und was sich hinter dem Begriff "Kulturwerk" verbirgt? Schon ein Nein als Antwort auf eine dieser Fragen sollte Grund genug sein, das vorliegende Heft in Ruhe zu lesen. Wir haben ausführlich mit Urs Blaser und Henryk Janzen gesprochen, die als Betreiber von "Zwischenbau" und "Stubnitz" die Rostocker Club- und Kulturszene prägen und sich über deren Zustand und Kontext viele Gedanken gemacht haben.

Ebenso interessant und anregend wie diese Gespräche fand ich das Interview mit Steffen Wiechmann, der bei der Bundestagswahl im September diesen Jahres als Einzelkandidat in einen aussichtlosen Wahlkampf startete – nicht um zu gewinnen, sondern um uns zum Nachdenken über die Mechanismen und Strukturen unseres Wahlsystems anzuregen. Und ein Erwägen von Alternativen in Gang zu setzen, Alternativen deren Ergebnis Abgeordnete sind, die ihre Wähler möglichst direkt vertreten und nicht nur zu Wahlzeiten in engem Austausch mit ihnen stehen. In tiefem Respekt für seine Bemühungen hoffe ich sehr, dass wir hier dazu beitragen, diese Überlegungen nicht einfach abreißen zu lassen.

Hingewiesen sei hier unbedingt noch auf den zweiten Teil des Beitrags von Pit Köppen, der seine Überlegungen zum Umgang mit Geschichte, Rostock-spezifisch und allgemein, fortführt. Mich hat der Text zum Nachdenken über vergangene und aktuelle Prozesse angeregt – ich hoffe sehr, dass es Ihnen ebenso geht. Und würde mich freuen, wenn Sie uns Ihre Gedanken und Ideen zu den aktuellen Beiträgen mitteilen. Oder in Aktivitäten einfließen lassen, die unserer Stadt guttun. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen besinnliche, aber nicht passive Weihnachtszeit ...




Ausgabe 72 (September 2013)

Skandal! Wahlplakatfälschung in Rostock aufgedeckt

Auch im aktuellen Heft ist das breite Themenspektrum wieder Ausdruck einer Vielfalt von Dingen, die unserer Aufmerksamkeit bedürfen oder längeres Nachdenken wert sind - von der aktuellen Genehmigungspolitik für Veranstaltungen in unserer Stadt über den NSU-Prozess bis hin zu den neuesten Entwicklungen in und durch Alt Tellin. Eine neue Initiative hat sich gegründet – ihr Name, Transition Town Rostock, kennzeichnet sie als Teil einer weltweiten Bewegung, die dennoch vor allem in lokalen Strukturen denkt und eine neue Qualität der städtischen Kommunikation und Interaktion erreichen möchte. Andere Mecklenburger bemühen sich derzeit aktiv um Sammelbeschwerde zur Bestandsdatenauskunft gegenüber den Behörden – aus gutem Grund, wie der Beitrag von Johannes Saalfeld zeigt. Und der AStA hat Anfang 2013 eine Umfrage unter den Rostocker Studierenden durchgeführt, um deren Sicht auf die Rostocker Kulturszene zu erkunden – hier haben wir Ergebnisse zusammengefasst, aber sehr persönliche Vorlieben und Anmerkungen abgebildet.

Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen aber auch den Beitrag von Peter Köppen, der aus einer langen Diskussion in der Redaktion hervorgegangen ist. Wie geht Rostock mit seiner Geschichte um, war die zentrale Frage. Sind die Auseinandersetzungen (oder Nichtauseinandersetzungen) mit Themen wie Hanse, Ernst Heinkel, Lichtenhagen und Ermordung Mehmet Turguts von einer bestimmten Herangehensweise geprägt oder gelingt unserer Stadt und ihren Bewohnern hier differenzierte, kritische Reflektion? Die Überlegungen im aktuellen Heft sind EINE Annäherung an diese Fragen, Ihre Meinung dazu interessiert uns sehr. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine anregende Lektüre und uns viele Lesermeinungen in Form von Briefen und Emails – und uns allen einen wunderbaren Sommerausklang ...




Ausgabe 71 (Mai 2013)

Verbaut?

"Warum es wichtig ist, Dinge nicht einfach laufen zu lassen", könnte man das aktuelle Heft vielleicht am besten auf den Punkt bringen. Und wenn Sie an dieser Stelle gedanklich ein 'trotzdem' hinzufügen, macht das Heft hoffentlich einmal mehr Mut: Zeigt es doch, dass der Vielzahl von Themen, um die man sich eigentlich ausführlicher kümmern müsste, auch eine Vielzahl von Menschen gegenübersteht, die genau dies auf dem einen oder anderen Gebiet tun. Arbeitsteilung, sozusagen. Da ist beispielsweise ein Beitrag von Wolf Christian Traxel, der deutlich macht, warum die Energiewende gerade besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung braucht, um erfolgreich weiter fortgeführt werden zu können. Der Autor weiß wovon er schreibt, engagiert er sich doch schon seit Jahren für eine immer intensivere Nutzung Erneuerbarer Energiequellen in Deutschland und Europa. Ein anderes Beispiel: Eine Bürgerinitiative, die sich in den letzten Wochen mit ihren Protesten gegen die geplante Geflügelmastanlage in Fienstorf viel Gehör verschafft hat - ihr Beitrag nennt viele gute Gründe für dieses Engagement. Um, als drittes Beispiel unter vielen: Die Diskussionen um die Wiederbebauung der Nordkante des Neuen Marktes, in die sich erfahrene Experten wie Ulrich Hammer nun kompetent und engagiert einmischen. Sein Beitrag zeigt auch, welche Überlegungen zu diesem Thema in der Vergangenheit angestellt wurden und worauf es bei Bauprojekten in Innenstädten ankommt. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nicht nur eine motivierende sondern auch eine aktivierende Lektüre - und natürlich einen wunderbaren Frühling ...




Ausgabe 70 (Februar 2013)

Wir werden Achtzehn

18 Jahre alt zu werden ist ja keine ganz unwichtige Sache - und da uns genau dieser Jahrestag in diesen Monaten ereilt, wenn man das Erscheinens unserer ersten Ausgabe als Geburtsstunde ansetzt, haben wir uns ein wenig Nostalgie erlaubt und in den insgesamt 69 Heften geblättert, die seit 1995 erschienen sind. Dabei entstand die Idee, in einer - sehr willkürlichen, wie könnte es anders sein - Auswahl ganz verschiedene Auszüge aus ganz verschiedenen Beiträgen all dieser Jahre zu veröffentlichen, eine Art Querschnitt durch Kindheit und Jugend unseres kleinen Magazins. Die so entstandene Zusammenstellung liest sich ein bisschen auch wie eine Chronik der letzten fast zwei Jahrzehnte - wobei sie gelegentlich sicher ein anderes Bild zeichnet, als es viele Rückblicke dieser Art sicher tun würden. Außerdem haben wir verschiedene Leser unseres Heftes nach ihrer Meinung gefragt: Die Antworten waren motivierend, kritisch, differenziert - also ziemlich genau das, was wir uns erhofft hatten, und zum Anlass für jene Selbstreflexion nehmen, die Überzeugungen stärkt, aber auch den Boden für Veränderung bereitet.
Jenseits aller Jubiläen lege ich Ihnen ausdrücklich auch den ganz aktuellen Beitrag von Cornelia Mannewitz ans Herz, in dem es um die beängstigend steigenden Militarisierung unserer Gesellschaft geht - ich persönlich war beim Lesen dieses Beitrags einmal mehr dankbar, dass es Menschen und Initiativen gibt, die uns immer aufs Neue für dieses Problem sensibilisieren. Und beim Lesen von Harri Engelmanns Kolumne "Elmsfeuer" wünsche ich ganz ausdrücklich und besonders: Gute Unterhaltung und Viel Vergnügen! ...




Ausgabe 69 (Dezember 2012)

Hast'n Taler, geh' zum Markt ...

Nachdem uns das Thema Lichtenhagen in den letzten zwei Heften vorrangig beschäftigt hat, greifen wir es hier nur noch kurz auf – in Form eines Leserbriefes, der sich kritisch mit einem Beitrag des letzten Heftes auseinandersetzt, und durch den Brückenschlag zu den aktuellen Ereignissen in Wolgast, bei denen bestimmte Parallelen zu 1992 ins Auge fallen: Jürgen Holzapfels Beitrag hinterfragt, inwiefern die hier angestellten Vergleiche eine Berechtigung haben. Und auch sonst ist das Heft weitaus weniger lokal ausgerichtet, als die ersten drei dieses Jahres: Einmal mehr war es uns wichtig, den Blick auf den Kontext, in dem lokale Aktivitäten notwendig stehen, nicht zu verlieren, auszuloten, wo man ansetzen könnte, wenn man Dinge zum Positiven hin verändern will. Eine der Grundfragen unserer Zeit – folgerichtig haben wir es nicht bei eigenen Überlegungen belassen, sondern verschiedene Menschen unterschiedlichster Herkunft und Prägung dazu befragt und eröffnen damit eine Serie, die wir in den nächsten Ausgaben fortsetzen möchten. Passend dazu hält das Heft gleich mehrere Beispiele dafür bereit, wie man vom Blick an andere Orte oder durch die Sicht von außen lokal profitieren kann – ein Potential, das m.E. noch viel zu wenig genutzt wird. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nicht nur schöne Weihnachtstage sondern auch reichlich Inspiration ...




Ausgabe 68 (September 2012)

Die einen sagen so, die anderen ...

Ein ereignisreicher Sommer liegt hinter uns, der maßgeblich geprägt war vom 20. Jahrestag der Pogrome von Rostock-Lichtenhagen. So unterschiedlich die Akteure, so verschieden die Sichtweisen auf das, was in Rostock in diesen Wochen getan und versäumt wurde. Wir haben, auch als Resümee aus unseren eigenen Bemühungen um eine ehrliche Aufarbeitung des Themas, in diesem Heft ganz verschiedenen Meinungen Raum gegeben: sie alle streitbar und damit zum Weiterdenken und –diskutieren animierend, das uns auch nach diesem August 2012 noch ungeheuer wichtig erscheint. Streitbar sind ganz sicher auch die Antworten auf unsere Fragen an Matthias Brodkorb. Wir haben versucht, ihn ein Jahr nach Aufnahme seiner Ministertätigkeit hinsichtlich Plänen und Strategien in den Bereichen Bildung und Kultur zu befragen. Aber dies sind bei Weitem nicht die einzigen lesenswerten Beiträge dieses Heftes: Unbedingt empfehlenswert auch eine zweite Gruppe von Artikeln, in deren Zentrum Barbara Zuber-Goldsteins historischer Abriss über Mecklenburg und seine Bewohner steht. Thorsten Permiens Vorstellung des Projekts "Waldaktie" dagegen denkt eher in die Zukunft, in dem es eine Art von Projekt beschreibt, wie sie für unser Land, unsere Region wegweisend sein könnten. Wolfgang Methling dagegen schaut im letzten Teil seiner Beitragstrilogie auf die Umweltpolitik unseres Bundeslandes der letzten Jahre zurück - und benennt dabei Fehlentwicklungen und Versäumnisse, die bestürzen. Ganz sicher also einmal mehr ein streitbares Heft, folgerichtig laden wir herzlich und neugierig zum Kommentieren und Diskutieren ein, aber auch zum aktiven Handeln – und wünschen Ihnen in diesem Sinne einen energischen Herbst ...




Aktuelles Projekt zum Diskutieren & Bewältigen statt Verdrängen:
10.000 DVDs "The Truth lies in Rostock" verteilen | Filmnacht | Online-Diskussion

In diesem Jahr jähren sich zum 20. Mal die Pogromnächte von Rostock-Lichtenhagen.

In der Stadt selbst ist der Schock der ersten Zeit schon lange verflogen, Rostock und seine Bewohner sind in der westlichen Welt angekommen, das Vergessen hält Einzug. Wir wollen erreichen, dass die Ereignisse wieder erinnert werden, nicht um in alten Wunden zu bohren, sondern damit auch dieser Teil der Stadtgeschichte endlich nicht mehr einfach verdrängt wird, Eingang in das Selbstverständnis der Stadt findet.

10.000 DVDs verteilen und Filmnacht |    Dank der Spenden von vielen Unterstützern lassen wir jetzt 10.000 DVDs herstellen und diese im gesamten Stadtgebiet kostenlos verteilen. Auch wenn Sie zufällig keine DVD abbekommen, können Sie den Dokumentarfilm "The Truth lies in Rostock" (sowie "Wer Gewalt sät ...") auch online schauen oder zum Filmabend mit öffentlicher Diskussion am 3. August 2012 ins Peter-Weiss-Haus kommen.

Onlinediskussion |   Sie können auch online diskutieren. Wir haben da etwas für Sie vorbereitet ...




Ausgabe 67 (Juni 2012)

The truth lies in Rostock

In diesem Jahr jähren sich zum 20. Mal die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen - ein Jubiläum, das vielen wichtig ist, andere lieber schweigend übergehen würden, weil dieser "Schandfleck" nicht zum Wunschbild von der eigenen Stadt passt. Wir in der Redaktion glauben daran, dass die Ereignisse wieder erinnert werden müssen - nicht um in alten Wunden zu bohren, sondern damit auch dieser Teil der Stadtgeschichte endlich nicht mehr einfach verdrängt wird, Eingang in das Selbstverständnis der Stadt findet.

Da wir nicht glauben, dass sich diese nur mit offiziellen Gedenkveranstaltungen erreichen lässt, haben wir uns, in Unterstützungen der vielfältigen Bemühungen verschiedenster Rostocker Personen und Vereine, um andere Formen der Thematisierung bemüht: Durch einen Filmabend im Peter-Weiss-Haus am 3. August 2012, durch eine Verteilaktion sein, in der 10.000 Rostocker den 1993 entstandenen Film "The truth lies in Rostock", der die Ereignisse authentisch und wenig reißerisch nachzeichnet, im eigenen Briefkasten vorfinden, durch Etablierung eines Webportals als Raum für offene Diskussionen über die Bedeutung der Lichtenhagener Ereignisse für Rostock. Und natürlich durch das vorliegende Heft, in dem sich zwei Beiträge ausführlich des Themas annehmen: Sowohl als Rückblick auf die damaligen Ereignisse und Hintergründe als auch durch Überlegungen zum Umgang mit den Pogromen aus heutiger Sicht. Genug Stoff für Diskussionen und Austausch also - zu dem wir Sie hiermit ausdrücklich einladen: www.lichtenhagen-2012.de ...




Ausgabe 66 (März 2012)

Rostock, Deine Dichter

Haben Sie mal darüber nachgedacht, ob es in Rostock eine Literaturszene gibt und wie groß diese ist? Inspiriert von einer Einladung zum 1. Rostocker Autorenstammtisch, die uns zufällig in die Hände fiel, sind wir diesen Fragen auf den Grund gegangen und haben eine erstaunlich lange Liste von Rostocker oder Rostock-verbundenen AutorInnen erstellt, die noch nicht einmal Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann. Die dort versammelten Poeten haben wir gebeten, sich durch Beantwortung eines Fragebogens genauer vorzustellen ­ und erfreulicherweise waren die Rückmeldungen so zahlreich, dass wir die Antworten nicht nur in diesem sondern auch in folgenden Heften vorstellen werden. Wir hoffen Sie finden die sehr unterschiedlichen Herangehensweisen ebenso unterhaltend und aufschlussreich wie wir. Über das für Viele wohl wichtigste Rostocker Ereignis am Anfang dieses Jahres, die OB-Wahl, ist in den vergangenen Wochen schon viel geschrieben worden. Folgerichtig haben wir uns darauf beschränkt, Cornelia Mannewitz um einen Kommentar zu bitten, der die verschiedenen Facetten der Wahlkampfzeit beleuchtet. Und außerdem, last but not least, haben wir unsere Betrachtungen zum Thema Nachhaltigkeit in Mecklenburg-Vorpommern fortgesetzt ­ neben Wolfgang Methling äußert sich dieses Mal Thorsten Permien, der in seinem sehr lesenswerten Beitrag deutlich macht, dass das Bemühen um Nachhaltigkeit in unserem Bundesland eine viel längere Geschichte hat, als man auf den ersten Blick glauben mag. Und dabei allseits bekannte Persönlichkeiten aus einer neuen Perspektive betrachtet. In der Hoffnung, dass diese Themen auch Sie inspirieren und motivieren, wünsche ich Ihnen einen wunderbaren und tatenreichen Frühlingsanfang und eine unterhaltsame Lektüre ...




Ausgabe 65 (Dezember 2011)

Angerichtet

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, aber ruhiger wird es deshalb nicht: Eurokrise, der Atomausstieg, die Etablierung der Piraten als ernstzunehmende politische Größe - all diese Dinge haben eine globale oder nationale, aber eben auch eine regionale oder lokale Ebene. Und genau auf diese hin haben wir im aktuellen Heft fach- und sachkundige Autoren wie Wolfgang Methling, LubminNixDa, Sibylle Bachmann und Björn Kluger befragt. Ebenso lesens- und damit empfehlenswert sind beispielsweise der Beitrag von Christian Blauel über Mehrgenerationenwohnen, die Sicht der Kulturverantwortlichen des Rostocker AStA auf das Kultur- und Geistesleben der Hansestadt und Alexander Ludwigs kritische Anmerkungen zur Notwendigkeit eines umfassenden Kulturkonzepts (eine Forderung, mit der er bei weitem nicht allein da steht, wie ein Blick in die Tagespresse beweist). Eher bedrückend dagegen liest sich Hikmat Al-Sabtys Bericht über seinen Aufenthalt in Israel im Sommer diesen Jahres. Und so ist auch dieses Heft die bewährte Mischung aus kritischen Anmerkungen und konstruktiven Überlegungen, die bei Ihnen hoffentlich den Wunsch nach aktiver Beteiligung bzw. Unterstützung wecken. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine motivierende Lektüre und einen energiegeladenen Jahreswechsel ...




Ausgabe 64 (September 2011)

Klimawandel in Rostock

Ein Schwerpunkt des aktuellen Hefts ist nach diesem Sommer wohl naheliegend: "Der Klimawandel ist in Rostock angekommen", fasst Umweltsenator Holger Matthäus in seinem gleichnamigen Beitrag zusammen, was vielen von uns durch den Kopf gehen mag. Sein Resümee erörtert natürlich, ebenso wie der Beitrag von Christian Blauel, die sich daraus ergebenden Konsequenzen und nun nötigen Schritte ­ Appelle nicht nur an den politischen Raum, sondern auch an Eigenverantwortung und soziales Miteinander. Auch kulturell hat sich in den letzten Wochen Einiges ereignet: Das neue Theaterzelt steht, der Medienwerkstatt wurde der diesjährige Rostocker Kulturpreis verliehen, neue Folgen von "Polizeiruf 110" entstehen in Rostock - all dies Anlässe, genauer hinzusehen. Der Beitrag von Cornelia Mannewitz denkt darüber nach was "Theater im Zelt" für Institution und Stadt bedeutet, Marco Voß beschreibt Potentiale und Limits der Medienstadt Rostock und die Dankesrede von Klaus Blaudzun für den o.g. Kulturpreis ist gleichzeitig auch kritische Analyse eines Akteurs, der nicht in Hamburg, sondern in Rostock weiterwirken möchte. Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen auch die Beiträge über den Widerstand gegen die Schweinemastanlage in Alt Tellin und die Goldmine in Rosia Montana und ein Resümee der Teilnehmer am AntiAtom-Camp auf dem Rostocker Neuen Markt ­ sämtlichst Plädoyers dafür, die Dinge nicht einfach so "laufen zu lassen", seine Stimme zu erheben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nicht nur eine interessante Lektüre sondern auch einen aktiven Herbst ...




Ausgabe 63 (Juni 2011)

Sie haben Ihr Ziel erreicht: Rostock open

"Offen" bzw. Open ist ein zentraler Begriff im aktuellen Heft: Es geht um Open Street Map, Open Data und Offene Kinderund Jugendarbeit, in allen Fällen mit der klaren Implikatione "offen für alle" - ein Grundgedanke, der in Rostock erfreulicherweise immer mehr Fuß zu fassen scheint. Offen für Neues war man auch im EU-Projekt "Interface", das, allen Unterstellungen, EU-Förderung zeitige selten konkrete Ergebnisse zum Trotz, greifund erlebbare Verbesserungen für Rostock erreichen konnte, die für jeden spürbar sind, z.B. wenn er ohne Auto die Fähre nach Gedser nutzen möchte oder, aus anderen Ostseeanrainerländern kommend, Rostock besuchen möchte. Wie schwer es sein kann, neue Ideen in Rostock zu verankern, zeigt das Resümee aus 7 Jahren Projektentwicklung für die Frieda 23, die nun endlich zu einem guten Ende zu führen scheint - wir gratulieren herzlich, wünschen anderen Projekten aber ausdrücklich eine kürzere Anbahnungsphase, damit auch für die Projekte selber noch genug Kraft bleibt. Ausdrücklich hinweisen möchte ich außerdem auf die Beiträge von Tilman Schubert und Sebastian Hentsch, die - einer aus der Sicht des hier Geborenen und einer aus der Sicht des "Zugereisten" - die Stadt und die eigene Verankerung darin reflektieren: Texte, die auch zur Überprüfung der eigenen Wahrnehmung anregen ...




Ausgabe 62 (März 2011)

Falsche Prioritäten

Baustellen und damit einhergehende Diskussionsthemen gibt es in Rostock derzeit reichlich. Und folgerichtig haben wir uns auch im aktuellen Heft mit den Themen Darwineum, Theaterkrise und Verandastreit in Warnemünde auseinandergesetzt. Aber sind das die wirklich essentiellen Themen für die Zukunft unserer Stadt? Was ist mit dem Kampf für eine schnellstmögliche AKW-Abschaltung, mit Kürzung der Sozialarbeiterstellen an Rostocker Schulen (ein Beitrag dazu folgt im nächsten Heft), den Anliegen denen sich die Bürgerbegehren des letzten Jahres gewidmet haben? Mit der dringend benötigten Bereitschaft zur Betreuung von Pflegekindern in Rostock, wie ihn der Beitrag von Grit Gaida beschreibt? Wo braucht es mehr Unterstützung, was ist essentiell und was gegebenenfalls vernachlässigbar? In der Vielfalt der angerissenen Themen möchte das aktuelle Heft einen Beitrag dazu leisten, dass jeder Leser seine ganz eigene Antwort auf die Frage finden kann, worauf die Prioritäten hinsichtlich Finanzierung und Engagement in Rostock gelegt werden sollten. Und wofür es sich lohnt zu kämpfen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine entscheidungsbefördernde und spannende Lektüre ...




Ausgabe 61 (Dezember 2010)

Vergesellschaftung

Castor Schottern und Stuttgart 21 sind in aller Munde - nicht weil der Protest gegen Bauvorhaben oder Atommülltransporte inhaltlich das wäre, was alle Menschen aktuell am stärksten berührt, sondern wegen ihres hohen Symbolwerts: Viele Menschen, die Einfluss nehmen wollen und immer wieder ein Gefühl der Ohnmacht niederkämpfen müssen, haben einen Weg gefunden, ihren Unmut über fehlende Mitgestaltungsmöglichkeiten exemplarisch zu artikulieren. Wie weit geht Mitbestimmung in diesen Zeiten, in denen Prozesse und Entscheidungsstrukturen immer unübersichtlicher und immer schwerer verständlich werden? Welche Möglichkeiten Einfluss zu nehmen haben diejenigen, die es tatsächlich wollen? Gibt es Bereiche, in denen dies möglich ist und die wir gar nicht "im Blick haben"? Und wer ist eigentlich wofür zuständig und damit die richtige Adresse für artikulierten Widerspruch? All diesen Fragen versucht das aktuelle Heft auf den Grund zu gehen - in der bewährten Mischung aus Lokalbezug und Blick über den Tellerrand. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen Jahresausklang, der besinnlich ist, ohne den Blick auf das wirklich Wichtige zu verstellen - und eine dazu beitragende Lektüre ...




Ausgabe 60 (September 2010)

OB-Wahl 2012: Ein Ausblick

"Jetzt schon das Thema OB-Wahl?", mag mancher von Ihnen denken ­ die ist doch erst in anderthalb Jahren. Trotzdem: Die Vorbereitungen in den einzelnen Parteien und Fraktionen sind längst angelaufen, der strategische Wahlkampf hat schon vor einigen Monaten begonnen. Und so haben wir uns entschlossen, den derzeit laufenden Prozess abzubilden, gleichzeitig aber auch zu hinterfragen, worauf es wohl ankommen wird, wenn Rostock einen neuen Oberbürgermeister wählt. Und was läge näher als diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die eigene Erfahrungen mit dem höchsten Amt der Stadt haben - Dieter Schröder, Arno Pöker, und Klaus Kilimann. Aber natürlich haben wir auch die einzelnen Fraktionen zum Thema befragt und sehr unterschiedliche Antworten erhalten. Für diese, aber auch die Beiträge zum aktuellen Stadtgeschehen und unserem bewährten Blick über den Rostocker Tellerrand, dieses Mal von Jens Langer, wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre, die hoffentlich ganz konkrete Ideen mit sich bringt ...




Ausgabe 59 (Juni 2010)

Formen des Widerstandes

Immer wieder sind wir in den letzten Monaten und Wochen auf Situationen gestoßen, in denen Menschen ihre Unzufriedenheit artikuliert haben - mit lokalen wie nationalen oder globalen Entwicklungen. Viel zu oft beschränkt sich der Protest auf kritische Äußerungen vor dem Fernseher oder in privater Runde und bleibt so wirkungslos. In anderen Fällen engagieren sich Menschen, um der eigenen Meinung Gehör zu verschaffen und sind dann frustrierend schnell mit der Diskrepanz zwischen legalen Möglichkeiten dieser Artikulation und dem was ihnen selbst moralisch legitim bzw. notwendig erscheint konfrontiert. Ein deutliches Beispiel hierfür war die Sitzblockade, die am 1. Mai in Rostock stattfand - auch sie eine Gratwanderung zwischen dem, was Viele für ein dringend nötiges Bekenntnis halten, dass seines Adressaten, die Nazis, so direkt wie möglich erreichen sollte, und dem, was legislativ und/oder judikativ akzeptiert wird. Grund genug, uns mit Formen des Widerstands, mit seinen Folgen und deren Bewertung genauer zu befassen - die im Heft zu findenden Beispiele sind folgerichtig sehr heterogen und regen doch alle zum gleichen Nachdenken an: Wieviel persönlichen Mut braucht es heutzutage, für eigene Überzeugungen zu kämpfen? Und wie geht man mit den Konflikten um, in die man dabei gerät? Wo überschreitet man Grenzen und wo sind es juristische, wo moralische? Lassen Sie sich inspirieren und motivieren & haben Sie einen schönen Sommer! ...




Ausgabe 58 (März 2010)

Armes Rostock

Das Erscheinen des deutschen Armutsatlas' war seinerzeit Anlass für uns, ein Heft mit einer entsprechenden Schwerpunktlegung zu planen ­ noch ohne zu wissen, wie schwierig es werden würde, die Situation auf lokaler Ebene abzubilden: Seit Mitte der 1990er Jahre gibt es keine entsprechenden Statistiken mehr, verfügbar waren lediglich geschätzte Zahlen von Rostockern, die schon lange aktiv im sozialen Bereich arbeiten. Angesichts dieser Sachlage haben wir einen anderen Ansatz gewählt - uns um Annäherung an das Thema aus verschiedenen Perspektiven bemüht. Während sich also Susanne Prills Beitrag maßgeblich aus ihren langjährigen Erfahrungen als Stadteilmanagerin speist, befasst sich Ulf Gausmann berufsbedingt stärker mit den psychologischen Auswirkungen von Armut. Darüber hinaus stellen wir lokale Initiativen vor, die von Armut betroffenen oder bedrohten Menschen helfen, haben Gespräche geführt, Meinungen und Informationen zusammengetragen. Lesenswert, wie immer, auch die übrigen Beiträge des Hefts: Ein Kommentar zu aktuellen kulturellen Entwicklungen, ein Beitrag über Rostocks erste Schule in freier Trägerschaft und ein Text, den ein frischgebackener Bützow-Fan verfasst hat, um nur einige zu nennen. Also: Nutzen Sie das Frühlingswetter ... zum Lesen und zum Aktivwerden ... es gibt viel zu tun, auch in Rostock ...




Ausgabe 57 (Dezember 2009)

Wie weiter? Konzepte für Rostock

Überlegt man dieser Tage, was Rostock, abgesehen natürlich von der Hansesail ;-), charakterisiert, fallen einem wohl recht schnell die vielen ungelösten Fragen und Probleme ein, die ebenso oft wie unzulänglich unter dem Schlagwort "Verschuldung" zusammengefasst werden. Dieser Zustand hält irgendwie schon seit mehreren Jahren an, obwohl die Fristsetzungen aus Schwerin doch bereits 2007 nach Finale klangen. Eine Beschäftigung mit diesem Thema mag deshalb auf den ersten Blick altbacken und uninteressant erscheinen, was davon ablenkt, dass immer noch nach Lösungen gesucht wird, die Konzeptcharakter haben und nicht auf Blitzideen und Schnellschüssen basieren. Das aktuelle Heft enthält mehrere Beiträge, die sich um eine solche Konzeption bemühen ­ und erstaunlich konkrete Optionen aufzeigen. Als ebenso konstruktiv erweist sich ein zweiter Schwerpunkt des Heftes, dessen Beiträge die bereits im letzten Heft eröffnete Debatte um ein Rostocker Museumskonzept fortführen. Darüber hinaus kommt neben Alma Atemlos auch Ilja Ehrenburg persönlich zu Wort. Jens Langer und sein Sohn Jochen Cotaru blicken aus der Sicht zweier Generation noch einmal auf 1989 und das Wendejahr zurück. Reichlich Diskussionsstoff also, deshalb von mir nur einmal mehr die Ermunterung, sich mit Fortsetzung und Widerspruch aktiv zu beteiligen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute für 2010 und eine motivierende Lektüre ...




Ausgabe 56 (September 2009)

Vorblick: Woher wir kommen und wohin wir gehen ...

Eigentlich sollte es – naheliegend zu diesem Erscheinungszeitpunkt – ein Heft über 1989 bzw. das dazugehörige Jubiläum werden. Aber je weiter die Planungen voranschritten, desto weniger hatten wir das Gefühl, den vielen aktuell veröffentlichten Beiträgen noch wirklich Lesenswertes hinzufügen zu können. Mit drei Ausnahmen: Dem Artikel von Peter Köppen, der den derzeitigen öffentlichen Umgang mit dem Thema kritisch beleuchtet und die Frage nach Intentionen und, dementsprechend, Funktionalisierungen öffentlicher Darstellungen stellt. Und sehr persönliche Sichtweisen von Björn Kluger und Sven-Markus Knauf, die den Leser gerade wegen ihrer Perspektive zu eigener Reflexion zwingen.

Die verbleibenden Heftseiten haben wir deshalb von oben genannten Redundanzen freigehalten und stattdessen mit Streitbarem und Wissenswertem aus Rostock gefüllt - und natürlich gibt’s auch Blicke über den Tellerrand, sonst wär’s ja gruselig. Neu ist, dass mehrere Beiträge im aktuellen Heft explizit aufs Weiterdiskutieren ausgelegt sind – hiermit meine ausdrückliche Ermunterung, dies zu tun.

In eigener Sache möchte ich Ihren Blick auf die Seite links neben dem Editorial lenken: Die optische Verbesserung unseres Heftes, eigentlich aus der Not geboren (unsere frühere Druckerei ist insolvent), wurde allgemein begrüßt – hat aber ihren Preis. An dieser Stelle an Dank an alle, die sich zu einer finanziellen Unterstützung der „Stadtgespräche“ durch Spende oder Soli-Abo bereitfinden. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine spannende und anregende Lektüre und einen schönen Herbst ...




Ausgabe 55 (Juli 2009)

Politisch essen

Der Titel des Heftes macht schon deutlich, dass das aktuelle Heft keine Kochrezepte präsentieren möchte: Statt dessen gibt es Beiträge über den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen, über geplante Schweinemastanlagen von immensen Ausmaßen, zur "industriellen Fleischproduktion", die weder den dort gehaltenen Tieren noch den Fleischkonsumenten gut tut, über Großankäufe von Ackerland u.v.a.m. - sämtlich besorgniserregende Entwicklungen, denen mit aktivem Widerstand begegnet wird und noch stärker begegnet werden sollte. Ans Herz legen möchte ich Ihnen aber auch einen Beitrag über den "Fischkutter", der nicht nur von kostenlosem Mittagessen für Kinder in Toitenwinkel und Dierkow berichtet, sondern das Thema Kinderarmut in Rostock vielschichtiger in den Blick nimmt.

Dass die aktuelle Stadtpolitik derzeit nicht zu kurz kommen darf, leuchtet sicher jedem ein. So haben wir uns unter anderem intensiver mit dem Projekt Frieda 23 beschäftigt, dass trotz langjährigem, großen Engagement vieler Rostocker kurz vor dem Scheitern steht - eine Chronologie und die Meinungen verschiedener Akteure helfen bei der Ursachenforschung. Dieser und andere Beiträge zur Lokalpolitik verstehen sich, einzeln und als das Gesamtbild das sie zeichnen, als Diskussionsangebote, zu denen wir auch Ihre Meinung hören möchten - schreiben Sie uns! ...




Ausgabe 54 (März 2009)

Amok - Wohin steuert das Turboschulsystem?

Als wir das Heft zum Thema "Bildung" vorbereiteten, war uns natürlich noch nicht klar wie traurig-aktuell es in diesen Tagen sein würde. Der Amoklauf von Winnenden hat einmal mehr eine eher deprimierende Diskussion über das deutsche Schulsystem auf den Plan gerufen – und die Hilflosigkeit deutlich gemacht, mit der man den immer schärfer zutage tretenden Mängeln der deutschen Schul- und Ausbildung gegenübersteht.

Da ist die Rede von Metalldetektoren und Bodyguards an Schulen, während man sich der Debatte darüber verweigert, wie man zu einer individuelleren Betreuung der Schüler, zu einem ganzheitlichen Lernen und stärkerem sozialen Miteinander statt Leistungsethos zurückkehren kann. Auch die Frage nach der Rolle der Medien, die sicher einen entscheidenden Beitrag zu den vielen Nachahmungsankündigungen anderer Schüler geleistet haben, wurde völlig unzureichend reflektiert.

Aber das Heft will nicht Bildungsschelte in den Mittelpunkt stellen sondern die kritische Analyse auf eine lokale Ebene "herunterbrechen". Und auch andere Bildungsbereiche beleuchten: Die Ausbildung von Lehrern und deren Ankunft im Schulalltag, die Erfahrungen von Eltern mit Rostocker Schulen - und ein im Wendejahr besonders interessantes Thema: Wie ist es den Lehrern in den so genannten "Ideologiefächern" in der Zeit vor und nach 1989 ergangen?

Darüber hinaus gibt es viel, was Stadt und Region bewegt: Nato-Gipfel, Müllverbrennungsanlage, Umwelt- und Radverkehrspolitik – und ein hochinteressantes Interview mit dem Attac-Mitbegründer Sven Giegold über die Finanzkrise. ...




Ausgabe 53 (November 2008)

Plan B - Krise als Chance

Das aktuelle Heft ist in einer Zeit entstanden, in der wir es global und lokal mit Krisensituationen zu tun haben: Die Finanzkrise ist in aller Munde, der Rektor der Universität tritt nach nur 2 Jahren Amtszeit zurück, Hansa Rostock versucht mit der Standardlösung "Trainerwechsel" die Phase desaströser Niederlagen zu beenden. Auch das Volkstheater hat jüngst den Weg des personellen Wechsels gewählt - und dann ist da natürlich immer noch die inzwischen altbekannte und allseits beschworene Rostocker Stadt- und Finanzkrise.

Solche Meldungen, zumal so gehäuft, mögen bei Vielen Resignation hervorrufen. Gerade deshalb haben wir nach den Chancen gesucht, die alle und so auch diese Krisen bereithalten: So etwa im Beitrag von Ida Schillen, die der Finanzkrise durchaus positive Seiten abgewinnt. Oder dem Beitrag darüber, was der ungeplante Wechsel des Rektors an der Uni bewirken könnte, wenn man denn die Potentiale der Situation richtig nutzt. Die Situation bei Hansa hat Ines Pawlowski sehr persönlich, kompetent und kritisch beleuchtet - und findet ganz andere Gründe als Trainer- oder Spielerkrisen, die dann eben auch auf ganz andere Auswege aus dem Dilemma hinweisen.

Besonders empfehlen möchte ich auch die beiden Beiträge zum Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen" - eine jüngst gegründete gleichnamige Rostocker Initiative stellt Ideen zum Thema vor. Und sucht übrigens noch Mitstreiter ...

Gewidmet ist diese Ausgabe Dorothee Köhler, die nur wenige Tage vor Fertigstellung des aktuellen Heftes verstorben ist. Dorothee hat die Stadtgespräche über viele Jahre hinweg moralisch und ausgesprochen tatkräftig unterstützt, ihr unerwarteter und früher Tod hat uns alle betroffen und traurig gemacht. ...




Ausgabe 52 (Juni 2008)

Direktdemokratie

Dass die sogenannte "Politikverdrossenheit" vor allem daraus herrührt, dass viele Menschen keine Möglichkeiten sehen, auf aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss zu nehmen, bedarf wohl keiner argumentativen Herleitung mehr. Und trifft am stärksten auf globale, immer mehr aber auch auf nationale, regionale und lokale Prozesse, Tendenzen und Entscheidungen zu.

Das aktuelle Heft ist ein Plädoyer dafür, sich nicht aus der aktiven Beteiligung und Einflussnahme zurückzuziehen - oder sie wieder aufzunehmen: "Direkte Demokratie" heißt das Stich- und ein bisschen auch Zauberwort. Im ersten Teil des Heftes werden die (rechtlichen und spontanen) Möglichkeiten einer solchen Beteiligung ausgelotet, der zweite Teil beschreibt konkrete Beispiele, reflektiert Chancen, Erfolge, Mißerfolge und Erfahrungwerte.

Und natürlich bleibt auch die aktuelle Stadtpolitik nicht unbeachtet: Wir haben Oberbürgermeister Methling 3 Jahre nach Amtsantritt zu seinen im Wahlkampf gegenüber den "Stadtgesprächen" geäußerten Vorhaben und deren Umsetzung befragt. Die Antwort hat fast 3 Monate auf sich warten lassen, liegt aber nun vor und motiviert zum Weiterdiskutieren - siehe "direkte Demokratie" ;-). Schreiben Sie uns! Außerdem gibt's Näheres zum neuen Heinkel-Film von Jörg Herrmann und einer Rostocker Dimension der Hamburger Peter-Tamm-Ausstellung. Undundund ...




Ausgabe 51 (März 2008)

Aufbruch 1.0 - damals, danach und heute

Es gibt Begriffe, die assoziieren Alt-Rostocker (also jene, die schon länger als 10 Jahre hier leben ;-)) mit der Aufbruchsstimmung der Nachwendezeit. Mecklenburger Volks-Zeitung gehört dazu, ebenso wie Vereinigte Linke. Andere wiederum stehen für das Hier und Jetzt - und sind doch fast genauso alt, darunter beispielsweise die kunstschule rostock, die andere Buchhandlung, das AWIRO-Haus. Und dann gibt es da noch jene Namen bzw. Projekte, die die Nachwendezeit weit überlebt haben - und am Ende trotzdem gescheitert sind, wie etwa der Kulturspiegel bzw. dessen versuchte Wiederbelebung im Jahr 2001.

Eines haben sie alle gemeinsam: Anfang/Mitte der 1990er Jahre mit großem Elan, Optimismus und eine gehörigen Portion Idealismus gestartet, haben sie seitdem gravierende Veränderungen durchlaufen - und damit eine Menge Erfahrungen gesammelt, die zu hart erkämpft und zu wertvoll sind, um einfach vergessen zu werden.

Dieses Heft ist also eines über den Umgang mit Visionen, das jedoch keine Nostalgie aufkommen lassen möchte. Vielmehr gilt es, der Lebensfähigkeit der einzelnen Projekte auf den Zahn zu fühlen, Veränderungen nachzuvollziehen, mögliches Scheitern inklusive, Resümmee zu ziehen - und damit auch aktuelle Ideen, Projekte und Entwicklungen zu unterstützen, die davon enorm profitieren könnten ...




Ausgabe 50 (Januar 2008)

Wir haben Fuffzich

Das 50. Heft der Stadtgespräche - wer so ein Jubiläum feiert, darf sich schon mal was wünschen. Und so baten wir, bekennend inspiriert von Jubiläumsausgaben größerer Blätter, Personen, die die Entwicklung Rostocks in den vergangenen 13 (Stadtgesprächs-)Jahren maßgeblich mitgestaltet haben, um einen Beitrag. Was die inhaltliche Ausrichtung anging, liessen wir unserern Wunschautoren weitestgehend freie Hand.

Insgesamt 18 Anfragen haben wir verschickt - die Hälfte davon wurde zunächst positiv beschieden. Dass es am Ende doch "nur" 5 überaus interessante und lesenswerte Beiträge wurden, lag vor allem daran dass die aktuellen politischen Entwicklungen so manchen motivierten Autor überrollten. Begleitet werden die vorliegenden Texte von Rückblicken unserer Redaktionsmitglieder - und Glückwünschen die wir selbst und ebenso gern aussprechen: Wir gratulieren dem Legal Team/Anwaltlicher Notdienst, die für Ihre Arbeit im Rahmen des G8-Gipfels ausgezeichnet wurden, und Viviana Uriona, die jüngst in Rat und Koordinierungskreis von Attac gewählt wurde und informieren in diesem Zusammenhang über neueste Entwicklungen und Hintergründe.

Bleibt noch der ausdrückliche Hinweise auf die bekannten Rubriken: Die Briefe an die Leser, Alma Atemlos, Neues zum Rostocker Theater und Rezensionen von Jens Langer. Wie immer wünschen wir eine anregende Lektüre und ermuntern Sie ausdrücklich, uns Ihre Reaktionen, Ideen und weiterführenden Gedanken auch schriftlich mitzuteilen ...




Ausgabe 49 (September 2007)

Oben ankommen?! Vom Verhältnis zwischen Stadt und Universität

Nachdem die bisherigen Hefte dieses Jahres durch ganz aktuelle Ereignisse geprägt waren, nehmen wir uns im vierten und letzten Heft 2007 mal wieder die Zeit für ein Thema, das man als "zeitloser" bezeichnen könnte: Da wir nach wie vor der Meinung sind, dass "wir Rostocker Normalbürger" nur punktuell darüber Bescheid wissen, was sich gerade an der Universität Rostock tut bzw. in letzter Zeit getan und verändert hat, bemühen wir uns diesbezüglich um Abhilfe.

Zu Wort kommen sowohl Prof. Thomas Strothotte, seines Zeichens Rektor der Universität und nunmehr seit fast einem Jahr im Amt, als auch der Dekan der Juristischen Fakultät, Prof. Ralph Weber, der den nach wie vor schwelenden Konflikt um eine mögliche Schließung bzw. Verkleinerung der "JurFak" ausführlich beleuchtet - vor dem Hintergrund lokaler und regionaler Hochschulpolitik und mit bereits spürbaren und möglichen Auswirkungen auf Universität, Lehrende und Studierende.

Darüber hinaus haben wir die "Außensicht" auf die Rostocker Uni in den Mittelpunkt gestellt: Wie wird die Universität aus der Einwohnerperspektive wahrgenommen? Wie hat sie sich in den letzten Jahren entwickelt? Und wie sieht das "Leben nach dem Studium" aus? Der Beitrag von Caroline Langer zeigt deutlich, wie schwer es ist, "nur" mit gutem Abschluss und hoher Motivation im Arbeitsleben Fuß zu fassen…und wie sehr die Zeit nach dem Studium den vorangegangenen Lebensabschnitt relativiert ...




Ausgabe 48 (Juni 2007)

Nach G8

Das vorliegende Heft sollte in dieser Form gar nicht existieren – schließlich haben wir uns schon in der letzten Ausgabe ausführlich mit dem Thema G8 beschäftigt. Zudem hat die "große Presse" das Ereignis ja detailliert behandelt. Doch dann überraschte uns der enorme Diskussionbedarf in Leserschaft und seitens unserer Beiträger, die teilweise den eigentlich geplanten Beitrag zum Thema Universität absagten, um sich noch einmal rückblickend und resümierend zu G8 zu äußern – vielleicht ein weiteres Indiz dafür, dass gerade die überregionale Berichterstattung als unrealistisch, überzogen und einseitig empfunden wurde.

Und so haben wir dann all diese Beiträge zusammengestellt und das ursprünglich geplante Thema "Universität Rostock" in den September vertagt, wo unter diesem Titel unser 4. und damit letztes Heft des Jahres 2007 erscheinen soll.

Aber natürlich konnten und wollten wir bei aller Nachbetrachtung nicht über aktuellsten Diskussionsstoff im Rostocker Raum hinwegsehen: Sowohl die in den letzten Wochen lebhaft geführte Debatte um Ilja Ehrenburg bzw. die dazugehörige Straßenbenennung als auch die ebenso wichtigen wie unterstützenswerten Aktionen gegen den Nazi-Laden "East Coast Corner" werden kurz vorgestellt. Im ersten Fall in der Hoffnung, eine lebhafte weitere Debatte zu initiieren, im zweiten Fall um der ausführlichen Berichterstattung der Tagespresse konkrete Aktionsmöglichkeiten zur Seite zu stellen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen hiermit nicht nur eine interessante Lektüre sondern auch die nötige Motivation, sich in die großen und kleinen Fragen einzumischen, die unser Leben und unseren Alltag entscheidend mitprägen ...




Ausgabe 46/47 (April 2007)

G8 ist da

Die Wahl des Themas bedarf im aktuellen Fall keiner Begründung - deshalb beschränke ich mich an dieser Stelle auf eine kurze Vorstellung der Inhalte dieses Heftes:

Auf der ersten und direktesten Ebene haben wir verschiedene Akteure befragt bzw. um Darlegung ihrer Sichtweise gebeten. Hierbei kommen offizielle Vertreter der Hansestadt, des Landkreises und des Tourismusverbandes ebenso zu Wort wie G8-Kritiker (hierunter die Rostocker Koordinationsstelle für die G8-Proteste, Kirchenvertreter, Avanti, Gipfelsoli, das No-Lager-Netzwerk, der Rostocker Stadtjugendring u.a.m.). Anliegen war es, das bevorstehende Ereignis greifbarer zu machen und den Vorbereitungen und Intentionen auf beiden Seiten eine Struktur zu geben, jenseits von subtilen Versprechungen und Androhungen, wie sie momentan viel zu oft durch die Presse geistern.

Auf einer zweiten Ebene ging es uns darum, die Bedeutung und die Dimensionen des Gipfels und der damit einhergehenden Proteste zu beleuchten: Beiträge wie die von Philip Rössner, Anneke Halbroth und Wolfgang Grahl stellen das Großereignis "G8 in Heiligendamm" aus ganz unterschiedlichen Perspektiven in einen Kontext - und beurteilen es damit auch überraschend unterschiedlich.

Der dritte Bereich des Heftes liefert ganz praktische Anhaltspunkte für die eigene, weiterführende Beschäftigung mit dem Thema: Veranstaltungshinweise, wichtige Links - und auch ein bisschen G8-Poesie, die das Heft auflockert ohne die Wichtigkeit des Themas zu negieren. Wie Sie bemerken werden, haben wir dieses Mal zudem eine recht umfangreiche Leserbrief-Ecke ...




Ausgabe 45 (Dezember 2006)

Finanzen: Auf Nullniveau

Die allgemeine Situation bedarf wohl keiner grundsätzlichen Erklärung - von "pleite" bis "Konsolidierungsdruck" reicht das Begriffsspektrum, mit dem die Beiträger des aktuellen Heftes Ihre Ausführungen einleiten. Was jedoch auffällig war, in den letzten Wochen und Monaten: so häufig wie Rostocks immenser Schuldenberg und immer neue Hiobsbotschaften im Zusammenhang mit dessen Reduzierung in der Lokalpresse erörtert wurde, so wenig waren umfassendere Konzepte zu finden, die aufzeigen, wie denn die nächsten Jahre in Rostock aussehen könnten, um alles vielleicht nicht zum Guten aber doch zum Besseren (meint vor allem: Planbaren und Verlässlichen) zu wenden.

Deshalb soll es auf den folgenden Seiten vor allem darum gehen, einer diffusen Krisenstimmung, die sich bis vor allem in zu kurz gefassten Schlagzeilen äußerte, eine konstruktivere Auseinandersetzung gegenüberzustellen – Beiträge wie die von Sibylle Bachmann, Philip Rössner, André Specht und Steffen Wandschneider bemühen sich um fundierte Kritik und stellen konzeptionelle Überlegungen an. Anliegen war es, zur Verbesserung einer Situation beitragen, in der es offenbar nicht um Budgets sondern auch um inhaltliche Konzepte und ein Leitbild für Rostock geht, das greifbarer ist als Schlagworte wie "Masterplan 2020".

Wie die Liste der Beiträger zeigt, haben wir uns bemüht, verschiedene Positionen und Perspektiven zu Wort kommen zu lassen – das Spektrum reicht von Finanzsenator Scholze als Vertreter der Verwaltungsspitze bis zu Vertretern der politischen Parteien und freier Kulturträger. Und das Ergebnis scheint mir ein überaus erfreuliches: Es gibt sie durchaus, die Ideen und Vorschläge ...




Ausgabe 44 (September 2006)

Klimawandel

Kennen Sie das Gefühl? Sie sind gerade wütend über einen Freund oder Kollegen - und plötzlich erzählt Ihnen jemand etwas, das solchen Alltagsärger geradezu lächerlich erscheinen lässt. Genauso ging es mir, als ich zum ersten Mal einen Bericht darüber las, dass uns ein Klimawandel mit gigantischen Auswirkungen bevorsteht: Angesichts eines vorhergesagten Ansteigens des Meeresspiegels um ca. 7 Meter, der eine Überflutung riesiger Küstenregionen, darunter weiter Teile Norddeutschlands mit sich bringen würde, der Prognostizierung neuer Epidemien, Durst- und Hungerkatastrophen und extremer Naturereignisse wurden alle momentanen Sorgen plötzlich winzig klein.

Seitdem habe ich mich viel mit dem Phänomen beschäftigt – und natürlich münden alle Diskussionen zum Thema in die Fragen: Was bedeutet dieser Klimawandel für mich, meine Stadt, mein Bundesland? Von welchen Zeiträumen ist dabei die Rede? Das vorliegende Heft bemüht sich, Antworten zu finden, beschäftigt sich aber auch mit Strategien, wie den Auswirkungen des Klimawandels regional zu begegnen ist. Die für Mecklenburg-Vorpommern relevanten Formen von Erneuerbarer Energien werden vorgestellt, deren Etablierung einer der wichtigsten Maßnahmen gilt, um den Klimawandel so gut wie möglich einzudämmen.

Dem eingangs Gesagten zum Trotz beschäftigen wir uns natürlich auch dieses Mal mit aktuellen politischen Ereignissen – die Beiträge von Cornelia Mannewitz und Olaf Reis befassen sich mit dem G8-Gipfel in St. Petersburg im Juni 2006 und mit dem 5. Jahrestag des 11. September. Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen auch dieses Mal ...




Ausgabe 43 (Juni 2006)

1. Mai - Polizei

Wohl Niemandem, der am 1. Mai 2006 in Rostock war, braucht man zu erklären, warum wir uns entschlossen haben, aus diesem Anlass ein Sonderheft herauszugeben - eine solche Form von Ausnahmezustand haben die meisten von uns bisher noch nicht erlebt und viele denken seit dem besorgt darüber nach, was uns dann erst im kommenden Jahr, zum G8-Gipfel erwartet.

Viele Einwohner Rostocks haben ganz persönliche Eindrücke und Erlebnisse vom 1. Mai zu berichten - ein Teil des Heftes trägt Einzelschilderungen zusammen, die in der Summe ein vollständigeres Bild ergeben. Darüber hinaus haben wir Verantwortliche befragt, den Kriminaldirektor der Polizeidirektion Rostock, Ernst Helmut Qualmann, und den Vorsitzenden der Versammlungsbehörde und Leiter des Stadtamtes, Hans-Joachim Engster, aber auch Tilman Jeremias als Mitglied des Deeskalationsteams und den aus Anlass des 1. Mai gebildeten Ermittlungsausschusses der Organisatoren der Antifa-Demo … und viele andere mehr…

Bedauerlich ist in diesem Zusammenhang, dass unsere die Rostocker Bürgerschaftsfraktionen gerichtete Anfragen zum 1. Mai vollständig unbeantwortet blieben, obwohl doch die Mai-Sitzung der Bürgerschaft deutlich zeigte, dass das Thema in allen Parteien diskutiert wurde bzw. wird.

Trotz aller Eile war die Arbeit an diesem Heft zeitaufwändig – und so erscheint es erst einen Monat nach dem Ereignis und hat doch nichts von seiner Aktualität verloren, gerade angesichts des kommenden G8-Gipfels, gerade angesichts des bevorstehenden Besuchs des Amerikanischen Präsidenten in Stralsund. Umso wichtiger ist es, das Nachdenken über "was ist sinnvoll und wie könnte es anders laufen" wachzuhalten, weshalb ich Ihnen vor allem eine dazu anregende Lektüre wünsche ...




Ausgabe 42 (März 2006)

G8 kommt

Hatte man noch vor wenigen Wochen das Gefühl, der G8-Gipfel, der nächstes Jahr im luxuriösesten Hotel der Gegend stattfindet, sei kaum mehr als eine Option - oder vielleicht ein Ereignis am Rande unseres Regionaluniversums, dass ein paar Geldtöpfe öffnet und der Gegend Reputation und solvente Besucher bringt –, rückt "Heiligendamm 2007" nun endlich verstärkt in das Blickfeld des öffentlichen Interesse. Zwei Facetten dominieren derzeit das Bild: die Angst vor Randalen, "den Chaoten", wie sie die BILD-Zeitung nennt, und dem Votum für den G8-Gipfel als Wirtschaftsfaktor, als Argument für Straßenbau und Regionalmarketing.

Der Blick darauf, was der G8-Gipfel eigentlich bringen wird, wofür erst steht, symbolpolitisch und inhaltlich, und welche Standpunkte in den Personen von Gipfel-Akteuren und –Kritikern in der Region Rostock aufeinander treffen werden, ist bisher weitestgehend verstellt geblieben – und genau hier entstand die Motivation, zum jetzigen Zeitpunkt ein "G8-Heft" zu machen. Wie immer haben wir die Redaktion "ausgesandt", um Hintergründe zu beleuchten, und Autoren angefragt, die Wissens- und Bedenkenswertes zum Thema beitragen können: Roland Methling, seines Zeichens Rostocker Oberbürgermeister, hat sich dazu geäußert, was die Ausrichtung des Gipfels für Rostock bedeutet – aber auch Meinungen von IHK, Unternehmerverband, Landkreis Doberan usw. wurden eingeholt. Die Beiträge von Peter Geitmann und Sibylle Bachmann wägen zwischen den verschiedenen Positionen ab, die Beiträge von Peter Köppen und Tom Maercker, aber auch die Recherchen und Zitate konzentrieren sich auf die G8-kritische Perspektive. Und der Beitrag von Philip Rössner – nun, lesen Sie selbst… ;-)

Das Thema "G8-Gipfel" wird uns fraglos das ganze kommende Jahr begleiten – und wir werden es im Blick behalten. Das aktuelle Heft ist ein Anfang, der den Blick schärfen, weiße Flecken ausfüllen und verschobene Bilder zurechtrücken möge ...




Ausgabe 41 (Dezember 2005)

Sind wir nicht alle ein bisschen links?

Das aktuelle Heft kommt mit großen Ansprüchen daher, geht es doch um nicht mehr und nicht weniger als um Auswege und Perspektiven angesichts einer allgemein als schwierig bewerteten aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation. Die diesjährige Bundestagswahl hat viele generelle Fragen aufgeworfen - und natürlich haben wir uns, in gewohnter Stadtgesprächs-Manier nicht nur die Köpfe heiß geredet, sondern auch Autoren um Ihre Meinung gebeten. Ingesamt vier Fragen waren es, die sämtlichen Beiträgern als Leitfaden dienten:

1. Welche Kräfte halten unsere Gesellschaft national, regional und lokal zusammen? Welcher Zusammenhang besteht zwischen zunehmender Individualisierung, Interessenegoismus und erkennbaren "Auflösungserscheinungen" in der Gesellschaft und der Notwendigkeit, in möglichst großer Gemeinsamkeit die existentiellen Fragen zu lösen?

2. Wie ist die aktuelle und zukünftige Rolle des Geldes zu beurteilen - ist oder wird es alleiniges Steuerungsmoment? Was hat die heutige Gesellschaft ihr entgegenzusetzen, um eine zunehmende Abkoppelung von gesellschaftlicher Ethik und Moral (Solidarität, Miteinander ...) zu verhindern? Wie kann wirtschaftliche und finanzpolitische Macht kontrolliert oder überwunden werden?

3. Welche Perspektiven sehen Sie für Deutschland? Bedarf es einer Reorganisation des bestehenden parlamentarischen Systems (und wie könnte die dann aussehen?) oder völlig neuer Formen des politischen Systems? Welcher Bedeutung kommen in diesem Zusammenhang der EU, den internationale Wirtschaftsorganisationen und anderen internationalen Verflechtungen zu?

4. Sehen Sie ein Potential politischer Kräfte, das in der Lage wäre, die Ihrer Meinung nach notwendigen Veränderungen durchzuführen, seien es partielle oder grundsätzliche? Wie schätzen Sie dieses Potential für M-V und Rostock ein? Der Umfang des aktuellen Heftes und auch die Länge der Beiträge macht deutlich, dass es zu dem Thema eine Menge zu sagen gibt - allen diagnostizierten Ermüdungserscheinungen zum Trotz ...




Ausgabe 40 (September 2005)

Zwischen Staat und Community: Ehrenamt

Wussten Sie, dass der deutsche Staat deutlich mehr Geld für gemeinnütziges Engagement ausgibt als seine westeuropäischen Nachbarn? Von ihm stammen 64 % der dafür aufgewendeten Gelder, nur reichlich 3 Prozent dagegen aus Spenden und Stiftungen ...

Ehrenamtliche Tätigkeit, der so genannte "Dritte Sektor", der Non-profit Bereich - diese Begriffe konturieren das neue Heft und sind doch nicht ausreichend, das ganze Spektrum zu beschreiben.

Unsere Fragen waren vielfältiger: Welchen Beitrag leistet ehrenamtliche Tätigkeit dazu, unsere Sozialstruktur, unser kulturelles und politisches Leben so zu gestalten, wie es heute verläuft? Was wäre dieses Land ohne sie? Wie breit ist das Spektrum ehrenamtlicher Tätigkeiten in Deutschland? Was unterscheidet hiesige Ehrenamtlichkeit von der anderer Länder, z.B. der in den USA? Was sind die Motivationen für diese Form des Engagements? Die ersten Beiträge betrachtet das Thema als gesellschaftliches Phänomen, fragt nach der Situation speziell unter Jugendlichen und damit implizit auch nach der Perspektive ehrenamtlicher Tätigkeit und gibt Informationen und Hinweise für weiterreichende Sachfragen.

Im zweiten Teil kommen konkrete Beispiele zur Sprache: Ehrenamtler berichten über ihre eigene Tätigkeit oder werden vorgestellt - und liefern auf diese Weise einen Eindruck, auf wie vielen Ebenen Rostock nur durch unbezahltes Engagement "funktioniert" ...




Ausgabe 39 (Mai 2005)

Galionsfigur Kultur?

Auch dieses Heft erscheint wieder "vor der Zeit" - denn auch dieses Mal hat sich in wenigen Wochen genug Material angesammelt, um mehrere Hefte zu füllen. Natürlich blicken wir auf das spektakuläre Ergebnis der OB-Wahl im Februar zurück - gleich zwei Mitglieder der Redaktion haben den Wahlausgang analysiert und daraus entstehende Perspektiven dargelegt. Und auch die drohende Schließung von drei Fakultäten der Rostocker Universität hat in den letzten Monaten viele Rostocker beschäftigt - im Ressort "Universitas" schreibt Björn Kluger über Fakten, Motive und Hintergründe.

Der Schwerpunkt des Heftes liegt jedoch auf dem Thema "Kultur". Philip Rössner, als ehemaliger Herausgeber des Kulturspiegels ein ‚echter Insider’, hinterfragt kritisch die immer wieder häufiger vernehmbare Idee, Kultur ließe sich vom Stiefkind zum Motor eines langersehnten Aufschwungs in der Hansestadt umfunktionieren. Ein anderer Kenner der Szene, Urs Blaser, stand der Redaktion für ein Gespräch zur Verfügung, das sich nicht nur um "sein Baby", die Stubnitz, sondern auch um Kulturfinanzierung, Gerichtsprozesse und falsche Freunde drehte. Darüber hinaus haben wir versucht, Fragen der Kulturfinanzierung zu beleuchten, aber auch mögliche Perspektiven für die Entwicklung der Rostocker Kulturlandschaft ins Blickfeld zu rücken. Ganz im Sinne der Stadtgesprächs-Vorliebe für Kontroversen steht natürlich der Beitrag von Frank Ivemeyer, der sehr kritisch auf Ida Schillens KOE-Artikel im letzten Heft Bezug nimmt.

Darüber hinaus ein weiteres Mal Lektüreempfehlungen und Neues zum Thema Theater. Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen dieses Mal unsere letzte Seite, die dieses Mal auch den unwiderruflich letzten "Charlatanischen Beitrag" enthält: die Zeitschrift hat ihr Erscheinen eingestellt, der Herausgeber, Rüdiger Fuchs, beantwortet Fragen zum Warum und Wie weiter ...




Ausgabe 38 (Februar 2005)

Wir könn(t)en auch anders

Das neue Heft zum neuen Jahr in neuem Gewand - und die Farbwahl kein Zufall sondern Jubiläumsdekoration: die Stadtgespräche werden 10 Jahre alt! Zehn Jahre lang haben die alten und immer wieder neue Mitglieder der Redaktion die Geschicke dieser Stadt begleitet, neugierig, kritisch aber nicht ohne die immerwünschenswerte Portion Optimismus.

Das Jubiläumsheft erscheint in einer turbulenten Zeit: Rostock wählt einen neuen Oberbürgermeister, vorfristig und als Resultat einer problematischen Entwicklung in den letzten Jahren. Ein lehrreicher Prozess für jene, die immer noch voller Spannung die Geschicke ihrer Stadt verfolgen - und Stoff für viele Diskussionen. Mir persönlich hat es, bei allen Bekenntnissen, in allen Gesprächsrunden, Zeitungsinterviews und Personenporträts der neuen Kandidaten auf das höchste Rostocker Amt an wirklich überzeugenden neuen Ideen gefehlt, an Ansätzen, denen man glauben kann, dass sie tatsächlich etwas Anderes in Gang bringen und, ganz unmärchenhaft-realistisch, zum Guten wenden.

Ein weiterer Grund, das im letzten Heft gegebene Versprechen einzulösen: dieses Mal geht es weniger um eine Ist-Analyse, als um die Frage nach dem "was möglich wäre" - sei es nun die Idee vom "Hamlet" als Lokalwährung oder Traum von Rostock als Fahrradstadt, sei es ein komplexes "Kontrastszenario" für unsere Stadt: die Ideen sind da und sie klingen erstaunlich greifbar. Ausserdem "Theater zum Dritten": Die Beiträge von Olaf Reis und Cornelia Mannewitz beschäftigen sich auf recht unterschiedliche Weise mit dem Stellenwert des Theaters in Rostock. Hat es noch die Bedeutung, die die anhaltenden und immer wieder neu angefachten Diskussionen um den Theaterneubau suggerieren? Oder ist es längst bildungsbürgerliches Relikt, überholt und ohne Perspektive. Die beiden Beiträge leiten über zum nächsten Heft, das sich mit der - finanziellen und ideellen - Kultursituation in Rostock befassen wird. Wir machen nicht nur aktuelle Haushaltsfragen zum Thema sondern suchen auch nach Alternativen - und würden uns dabei über Ihre Meinungsäußerung freuen. Wenn die hier veröffentlichten Beiträge oder auch die aktuellen politischen Entwicklungen sie bewegen und zum Diskutieren anregen, bitten wir um Leserbriefe oder sogar die Übersendung kürzerer Beiträge bis zum 1.4.2005 ...




Ausgabe 37 (Dezember 2004)

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Wie weiter nach Arno?

Gerade mal anderthalb Monate sind seit dem Rücktritt von Arno Pöker vergangen und schon fühlt es sich an, als sei eine neue Ära angebrochen. Frischer Wind? Darüber ist man in Rostock momentan sehr unterschiedlicher Auffassung: Viele Bürger begrüßen die Strategie der (heute noch) amtierenden OB Ida Schillen, weil sie lange ersehnte Transparenz, eine Rückbesinnung auf demokratische Grundwerte und ein Vorgehen gegen Kungelei und Filz erhoffen. Andere, darunter eine Mehrheit der Rostocker Bürgerschaft, ist da ganz anderer Meinung. Im vorliegenden Heft haben wir versucht, Licht in das Dickicht der Pround Gegenargumente zu bringen. Dabei geht es uns nicht darum, für die eine oder andere Seite Partei zu ergreifen, sondern die derzeitige Rostocker Streitkultur abzubilden. Weil sie so nicht fortgeführt werden kann, weil die emotional aufgeladenen aber kaum inhaltsorientierten Debatten der vergangenen Wochen wieder abgelöst werden müssen von einer Diskussion über das Wohl der Stadt und die tatsächlichen Probleme ihrer Bürger.

Parallel dazu führen wir - sozusagen vorbildhaft - eine eigene Diskussion fort. Begonnen hat sie mit Cornelia Mannewitz' Beitrag "Ein Cyberspace für das Theater" im vergangenen Heft. Jetzt folgen Reaktionen auf ihren Beitrag von Hartmut Mölller, Klaus Blaudzun und Tho Weiss und Heinz-Jürgen Staszak. Kontrovers, anregend ... Stoff zum Weiterdenken.

Ein weiterer Schwerpunkt des Heftes ist, ebenso aktuell, die bevorstehende Wahl eines neuen Oberbürgermeisters. Die inhaltlichen Schwerpunktlegungen der einzelnen Kandidaten dürfen inzwischen den meisten bekannt sein, also haben wir versucht, sie aus einer etwas anderen Perspektive zu betrachten: Haben Sie den beispielsweise schon gewusst, welchen Ort in Rostock Roland Methling am liebsten mag? Das aktuelle Heft konzentriert sich auf eine Abbildung des Ist-Zustandes der Stadt, aber natürlich haben wir auch über Perspektiven für Rostock unter einem neuen OB nachgedacht, über Chancen, die ein Machtwechsel bringen könnte und "über das was noch so ginge" - zuviel Stoff für 36 Seiten. Deshalb erscheint unser nächstes Heft schon im Januar und denkt dort weiter, wo wir dieses Mal aufhören müssen. Eine gute Gelegenheit, sich zu den hier behandelten Themen zu äußern - Ihre Kommentare und Rückmeldungen sind uns in der jetzigen Situation noch willkommener als sonst ...




Ausgabe 36 (September 2004)

Wie gesund ist unser Gesundheitssystem?

Am Anfang des Jahres war die Gesundheitsreform in aller Munde - Schlagworte wie Praxisgebühr (finden Sie auch immer noch, dass 10 Euro nach weniger klingt als 20 Mark?), Alterspyramide und Bürgerversicherung durchzogen die Pressemeldungen zum Thema und schürten Ängste, häufig irrationale, weil man doch nur die eine oder andere Facette des Problems genauer kannte. Inzwischen ist das Thema in den Schatten von Hartz IV gerückt, die Neuerungen zum Alltag geworden - obwohl doch die Auswirkungen jenseits der Quartalsgebühr erst jetzt so richtig spürbar werden. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass es immer länger dauert, bis man einen Termin beim Facharzt bekommt? Das die Wartezeiten in den Arztpraxen immer länger werden? Dass die Motivation der Ärzte in den Kliniken stetig sinkt? Fest steht: Wer näher mit dem deutschen Gesundheitswesen in Kontakt kommt, bemerkt die Veränderungen deutlich - und schon stehen wieder neue ins Haus ...

Natürlich steht diese Entwicklung im Mittelpunkt des aktuellen Heftes - und natürlich stellen wir der globalen/nationalen Perspektive, wie sie die Beiträge von Peter Köppen, Manfred Koebe und das Interview mit Horst Klinkmann entwickeln, auch wieder die lokal-politische zur Seite. Schließlich haben Spekulationen über einen Verkauf des Südstadtklinikums an private Investoren schon seit dem Frühjahr für Aufregung gesorgt. Sibylle Bachmann beleuchtet das Problem, die bisherige Entwicklung und denkt über mögliche Folgen eines solchen Verkaufs nach.

Aber auch generelle "Trends mit Gesundheitslabel" kommen zur Sprache: Der Beitrag von Matthias Kleiminger setzt sich kritisch mit dem Marktschlager "Wellness" auseinander, Folkert Janssen hingegen berichtet von ganz persönlichen Erfahrungen mit philippinischen Geisterheilern - einem Phänomen, dass die meisten sicher nur aus Fernsehdokumentationen kennen. Im Umfeld des zentralen Themas dieser Ausgabe auch dieses Mal wieder Lesenswertes und Beachtliches. Besonders hinweisen möchte ich dabei auf den Beitrag von Cornelia Mannewitz, die über eigene Bemühungen in Sachen "Theater in Rostock" berichtet, denen wir auch in weiteren Heften auf der Spur bleiben wollen ...




Ausgabe 34/35 (April 2004)

Was ist was wert?

Das vorliegende Heft widmet sich einem Thema, das komplexer kaum sein könnte: Die Frage "Was ist was wert?" wollen wir sowohl wörtlich als auch assoziativ-metaphorisch verstanden wissen und reißen damit ganz verschiedene und bei genauerem Hinsehen doch zusammenhängende Themengebiete an: Zuallererst kommt natürlich die materielle Perspektive ;-), und so richtet sich der erste Blick auf den Bereich "Einkommen der Rostocker Bürger", dem in Zeiten von "Shopping als Freizeitbeschäftigung" folgerichtig die Frage nach ihrem Kaufverhalten gegenübersteht: Da Statistiken allein auch in diesem Fall nicht ausreichen, um ein umfassendes Bild zu zeichnen, haben wir außerdem Rostocker Mitmenschen unterschiedlichen Alters und Einkommens nach ihren finanziellen Lebensumständen gefragt.

Zweite Assoziation zum Thema "Geld": die Finanzsituation der Stadt. Der Beitrag von Björn Kluger beschäftigt sich mit der aktuellen Haushaltsituation der Hansestadt und fragt nach daraus erwachsenden Konsequenzen - und Perspektiven. Doch die "Stadtgespräche" wären nicht die "Stadtgespräche", wenn sie es bei dieser einen und allzu naheliegenden Perspektive bewenden ließen - der zweite Teil des Heftes fasst die Frage weiter - und endet beim Nachdenken über den Wert des Geldes und mögliche Alternativen, Gedanken über den Wert der Realität, den Wertewandel in Ostdeutschland seit 1989, aber auch bei aktuellen Problemsdiskussionen und Lösungsansätzen: Lokal kommt hier das neu gegründete "Bündnis gegen Sozialkahlschlag" zu Wort, global ein Teilnehmer des 2. Europäischen Sozialforums in Paris - um nur auf einige Beiträge zu verweisen. Bei dieser Bandbreite ist es wohl kaum verwunderlich, dass wir uns dieses Mal zur Veröffentlichung eines Doppelheftes entschlossen haben. Auf die nächsten "Stadtgespräche" müssen Sie also bis September diesen Jahres warten, wobei wir natürlich hoffen, dass das vorliegende Heft auch für einen warmen und diskussionsreichen Sommer zahlreiche Anregungen bietet ...




Ausgabe 33 (Dezember 2003)

Stadtvisionen II

Standen im vergangenen Heft die Bestandsaufnahmen im Mittelpunkt, geht es dieses Mal noch stärker um "Visionäres" im zukunftsorientierten Sinne: wir nutzen die jüngsten Resümees aus der IGA, um Schlußfolgerungen für kommende Projekte zu ziehen, prüfen den Entwurf für einen Rostocker Flächennutzungsplan auf sein stadtentwicklerisches Potential und berichten über ein Projekt, dass für im Oktober diesen Jahres frischen Wind in die Rostocker Medienlandschaft brachte und von nun an hoffentlich in regelmässigen Abständen wieder bringen wird.

Kein Grund, in Übereifer zu verfallen – Jens Langers bereits im Mai gehaltener Vortrag, ermuntert zu mehr Geschichtsbewußtsein ...




Ausgabe 32 (September 2003)

Stadtvisionen I

Das Konzept für dieses Heft entstand zur Zeit der diesjährigen Hansesail wir dachten über Perspektiven, Ideen und Visionen für und in Rostock nach und haben in diesem Zusammmenhang verschiedene Rostocker nach Ihrer Meinung über eines der Vorzeigeprojekte mit allen Optionen auf eine lange Lebensdauer gefragt: "Zur Hansesail gehen? Ich bin doch nicht wahnsinnig - bei den Menschenmassen?!" - "Die Schiffe interessieren mich schon, aber bei den vielen Leuten? Ausserdem ist dort alles viel zu teuer!" - "Ich gehe nur am Abend hin, mal kurz das Feuerwerk angucken. Aber wir nehmen uns unser Essen und Trinken selbst mit, dort kann das ja keiner bezahlen." ...




Ältere Ausgaben
Die älteren Ausgaben liegen leider nicht als Dateien vor.
Wir haben hier die Cover zusammengestellt.






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